Lieferketten-Alerts
78% der Unternehmen erwarten weitere Jahre des Chaos – optimieren Sie noch immer für Stabilität?
Nov 11, 2025
A.P. Moller – Maersk befragte 900 europäische Unternehmen und stellte fest, dass 78 % erwarten, dass geopolitische Spannungen, Zölle und Handelsvorschriften ihre Geschäftstätigkeit für 12 bis 24 Monate beeinträchtigen werden. Vier von fünf erkennen an, dass Herausforderungen in der Lieferkette das Unternehmenswachstum direkt begrenzen. Fast die Hälfte äußerte große Sorgen über das geopolitische Klima. Die Umfrage bestätigt: Disruption ist die neue Ausgangsbasis – kein vorübergehender Zustand.
Drei von vier Unternehmen diversifizieren ihre Beschaffungsgeografien, gegenüber 53 % im Jahr 2024. Vier von fünf stärken ihre Beziehungen zu Logistikdienstleistern und Schlüssellieferanten. Drei von fünf investieren in Tools für Transparenz und Agilität. Unternehmen warten nicht mehr auf Stabilität, sondern strukturieren ihre Abläufe neu – in der Annahme, dass Volatilität auf unbestimmte Zeit anhält.
Für US-Unternehmen spiegeln die Implikationen die europäischen Ergebnisse wider. Amerikanische Hersteller stehen unter identischem Druck durch Zollunsicherheit und handelspolitische Richtungswechsel. Die Zollankündigungen im April raubten Supply-Chain-Managern den Schlaf und trafen US-Unternehmen ebenso stark wie europäische. Die in Europa entstehenden Reaktionsstrategien lassen sich direkt auf US-Operationen übertragen.
Nicht-US-Unternehmen, die in den US-Markt verkaufen, sehen sich mit zusätzlicher Komplexität konfrontiert. Sie müssen gleichzeitig inländische Lieferkettenprobleme und Unsicherheiten bei US-Importen bewältigen. Ein europäischer Hersteller sieht sich parallel mit EU-Regulierungsänderungen, Umleitungen über das Rote Meer und US-Zollvolatilität in ein und derselben Lieferkette konfrontiert. Die Erkenntnis der Umfrage, dass Unternehmen ihre Beschaffung geografisch diversifizieren, spiegelt genau diese Realität wider: Konzentration auf eine einzige Region schafft inakzeptable Verwundbarkeit.
Der Wandel von reaktivem zu proaktivem Management zeigt eine grundlegende Einsicht: Die Optimierung auf Effizienz hat Fragilität erzeugt. Unternehmen bauten globale Netzwerke auf der Annahme stabiler Handelsbeziehungen und vorhersehbarer Schifffahrtsrouten auf. Diese Annahmen haben sich als trügerisch erwiesen. Der Sprung von 53 % auf 75 % der Unternehmen, die innerhalb eines Jahres geografische Diversifizierung verfolgen, markiert eine strategische Erkenntnis: Konzentrationsrisiko ist zur operativen Realität geworden. Maersks Zollchef erklärte, Abwarten sei die schlechteste Reaktion – und die Daten bestätigen, dass jene Unternehmen erfolgreich sind, die Resilienz durch diversifizierte Beschaffung und erhöhte Transparenz aufbauen.
Den vollständigen Bericht finden Sie hier: From Uncertainty to Opportunity
Quellen: