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Das globale Kunststoffabkommen – INC-5.2-Gespräche beginnen bei den UN

Veröffentlicht:

Aug 8, 2025

In diesem Monat kommen Delegierte aus aller Welt bei den Vereinten Nationen zur Sitzung INC-5.2 zusammen – dem zweiten Teil der fünften Verhandlungsrunde für ein verbindliches globales Plastikabkommen. Ziel dieser Verhandlungen ist es, der Umweltkrise durch Plastikverschmutzung Einhalt zu gebieten. Damit zeichnen sich Veränderungen ab, die weit über die Umweltpolitik hinausreichen und die Dynamik globaler Lieferketten grundlegend beeinflussen könnten.

Im Kern strebt das Abkommen strenge Kontrollen für die Produktion, Verwendung und Entsorgung von Kunststoffen an. Die Verhandlungsführer diskutieren Maßnahmen wie verbindliche Ziele zur Abfallreduzierung, Beschränkungen für bestimmte Polymere sowie verschärfte Anforderungen an die Recyclingfähigkeit oder Wiederverwendbarkeit von Materialien. Während der unmittelbare Fokus ökologisch sein mag, werden die wirtschaftlichen und operativen Folgen für Unternehmen immer relevanter.

Auswirkungen auf die Resilienz der Lieferkette

Aus Sicht der Lieferketten-Resilienz zeichnet sich ein vielschichtiges Szenario ab:

  • Disruption von Beschaffungsstrategien: Änderungen der regulatorischen Rahmenbedingungen könnten bestehende Sourcing-Modelle stören, insbesondere in Branchen, die stark von Neuplastik (Virgin Plastics) abhängig sind. Dies beschleunigt die Notwendigkeit, alternative Materialpfade zu erkunden.

  • Infrastrukturelle Engpässe: Das Abkommen verstärkt die Nachfrage nach Recycling-Infrastruktur und alternativen Polymeren. Regionen mit Kapazitätsrückständen könnten vor Ungleichgewichten stehen, wenn Unternehmen versuchen, konforme Rohstoffe zu beziehen, was sich wiederum auf Lieferzeiten und die Produktionsplanung auswirkt.

  • Unsicherheit als Risikofaktor: Schon vor der formalen Verabschiedung können frühzeitige regulatorische Schritte oder Selbstverpflichtungen die Preise und das Lieferantenverhalten beeinflussen. Die Überwachung dieser Signale wird entscheidend sein, um Volatilität zu managen.

Strategische Chancen

In diesen Herausforderungen liegen auch Chancen. Lieferketten, die in Rückverfolgbarkeit, Materialsubstitution und diversifizierte Beschaffung investieren, werden besser auf Schocks vorbereitet sein. Eine frühzeitige Zusammenarbeit mit Recyclern, Aufbereitern und Herstellern alternativer Materialien kann die Abhängigkeit von gefährdeten Lieferkanälen verringern.

Die Verhandlungen von INC-5.2 werden wahrscheinlich nicht nur Umweltergebnisse liefern, sondern auch den Entwurf für resilientere und agilere Lieferketten mitgestalten. Die Antizipation von Vertragsergebnissen, die Anpassung von Materialspezifikationen und die Zusammenarbeit innerhalb von Industrie-Ökosystemen werden der Schlüssel sein, um die nachgelagerten Auswirkungen erfolgreich zu bewältigen.

Quellen:

Seien Sie globalen Lieferketten-Störungen einen Schritt voraus

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