Lieferketten-Alerts
Tropensturm Wipha stellt die Lieferketten Südostasiens auf die Probe
Jul 23, 2025
Der Tropensturm Wipha ist Anfang dieser Woche über Nordvietnam hinweggefogen und hat heftige Winde, unaufhörlichen Regen und weitreichende Zerstörungen mit sich gebracht. Die Behörden reagierten schnell: Flüge wurden gestrichen, der Zugverkehr eingestellt und über 350.000 Einsatzkräfte mobilisiert. Überflutete Straßen und beschädigte Infrastruktur haben die Fortbewegung in einigen Gebieten nahezu unmöglich gemacht. Doch nicht nur Vietnam ist betroffen.
Der Sturm hat die Monsunbedingungen auf den Philippinen verschärft, wo bereits tausende Menschen vertrieben wurden und ganze Provinzen mit Überschwemmungen kämpfen. Währenddessen melden Südchina und Hongkong hunderte gestrichene Flüge, Hafenstörungen und lokale Stromausfälle. In einigen Industriezonen sind die Logistikabläufe vollständig zum Erliegen gekommen.
Aus Sicht der Lieferkette ist Wipha ein weiterer Belastungstest für eine Region, die ohnehin versucht, die Balance zwischen Just-in-Time-Systemen und einer vorsorglichen Just-in-Case-Mentalität zu finden. Da Häfen und Eisenbahnen stillstehen, sind Containerverzögerungen unvermeidlich – insbesondere für Waren, die über Haiphong, Guangdong und Teile des Korridors im Südchinesischen Meer transportiert werden. Auch der Inlandtransport in Vietnam wurde schwer getroffen, was den Fluss wichtiger Materialien wie Elektronik, Textilien und Agrarprodukte verlangsamen dürfte.
Die Folgen des Sturms reichen weit über das Auge des Systems hinaus:
Verderbliche Waren: Exporte wie Meeresfrüchte und Frischwaren sind durch die Unterbrechungen unmittelbar bedroht.
Fragilität der Netzwerke: Für globale Unternehmen, die auf südostasiatische Lieferanten angewiesen sind, unterstreicht dieses Ereignis die anhaltende Anfälligkeit regionaler Versorgungsnetze.
Organisationen, die Rohstoffe oder Produkte aus diesem Teil der Welt beziehen, sollten jetzt ihre Notfallpläne überprüfen, Kontakt zu lokalen Teams aufnehmen und auf kaskadenartige Dominoeffekte achten.
Ereignisse wie Wipha sind keine Seltenheit mehr – sie werden Teil der „neuen Normalität“. Sie erinnern uns daran, dass klimabedingte Störungen jederzeit und überall zuschlagen können. Flexibilität in die Liefernetzwerke einzubauen, ist kein „Nice-to-have“ mehr, sondern eine absolute Notwendigkeit.
Quellen: