Lieferketten-Alerts
Der globale Handel steht vor einem neuen US-Zollschock – handeln Sie bis zum 1. August
Jul 14, 2025
Die jüngste Zollankündigung der Trump-Administration hat in den globalen Handelskorridoren Alarm ausgelöst. Ein umfassendes Paket von Einfuhrzöllen – einige der umfangreichsten der jüngeren Geschichte – wird am 1. August 2026 in Kraft treten und Dutzende von Ländern sowie eine Vielzahl von Branchen betreffen. Die Änderungen erfolgen ohne die üblichen Vorlaufzeiten oder Abstimmungen, was Beschaffungsverantwortlichen nur wenige Wochen Zeit zur Anpassung lässt.
Die neuen Zölle erstrecken sich über alle Bereiche, von Rohstoffen und Elektronik bis hin zu Lebensmitteln und kritischen Mineralien. Während einige dieser Maßnahmen einen vertraut protektionistischen Charakter haben, stellen Umfang und Geschwindigkeit dieser Änderungen eine neue Phase der Volatilität in der globalen Handelspolitik dar.
Die am stärksten betroffenen Regionen:
Kanada 🇨🇦: Auf Aluminium, Industrieholz und Düngemittel – Materialien, die für die US-Landwirtschaft und das Bauwesen unerlässlich sind – wird ein Zoll von 35 % erhoben. Dies ist eine deutliche Eskalation gegenüber den vorherigen 25 % und wird voraussichtlich die Kosten für Infrastruktur und landwirtschaftliche Geräte in die Höhe treiben.
Mexiko 🇲🇽 und die Europäische Union 🇪🇺: Sehen sich einem Zoll von 30 % auf zentrale Fertigungseinsatzstoffe und Automobilkomponenten gegenüber. Für den US-Automobilsektor, der bereits mit Kostendruck kämpft, bedeutet dies höhere Preise für Bauteile und längere Vorlaufzeiten in der Produktion.
Brasilien 🇧🇷: Wird am härtesten getroffen. Ein Zoll von 50 % zielt auf Rindfleisch, Orangensaft, Kaffee und Kupfer ab. Dies sind direkte Einschläge für die US-Lebensmittelpreise und die Industriekapazität. Allein Kupfer, das zusätzlich einem eigenständigen 50 %-Zoll für alle Länder unterliegt, wird Auswirkungen auf Stromnetze, Halbleiter und den Green-Tech-Sektor haben.
Asien: Japan 🇯🇵 und Südkorea 🇰🇷 wurden über neue Zölle im Bereich von 15–20 % informiert, die vor allem Elektronik, Batterien und Spezialstahl betreffen. Die Halbleiterindustrie bereitet sich auf eine weitere Ebene der Disruption vor, gerade als sich die Lagerbestände zu stabilisieren begannen.
Indien 🇮🇳, Vietnam 🇻🇳 und Thailand 🇹🇭: Sind ebenfalls betroffen, primär in den Bereichen Textilien und Verpackungsmaterialien. Für US-Einzelhändler erhöht dies den Druck auf die Lieferketten für Bekleidung und Konsumgüter (FMCG) kurz vor dem vierten Quartal.
Großbritannien 🇬🇧 und Australien 🇦🇺: Verhandeln derzeit noch über Ausnahmeregelungen (Carve-outs), stehen aber weiterhin unter der Drohung ähnlicher Maßnahmen, insbesondere bei pharmazeutischen Inhaltsstoffen und in der Landwirtschaft.
Übersicht der neuen Zollsätze (Stand: August 2026):
Kanada 🇨🇦: 35 % – Aluminium, Bauholz, Düngemittel
Mexiko 🇲🇽: 30 % – Autoteile, Lebensmittelverarbeitungsanlagen
Europäische Union 🇪🇺: 30 % – Werkzeugmaschinen, Präzisionskomponenten
Brasilien 🇧🇷: 50 % – Rindfleisch, Kaffee, Orangensaft, Kupfer
Japan 🇯🇵: 15–20 % – Mikrochips, Batterien, Stahl
Südkorea 🇰🇷: 15–20 % – Elektronik, Automobilkomponenten
Indien 🇮🇳: 15–20 % – Generische Pharma-Wirkstoffe, Textilien
Vietnam 🇻🇳: 15–20 % – Bekleidung, Verpackung, Elektronik
Thailand 🇹🇭: 15–20 % – Kunststoffkomponenten, verarbeitete Lebensmittel
Indonesien 🇮🇩: 15–20 % – Kautschuk, Schuhwerk
Großbritannien 🇬🇧: Ausstehend – Pharmazeutika, Biotech-Einsatzstoffe
Australien 🇦🇺: Ausstehend – Fleisch, Getreide, Wein
Hinweis: Ähnliche Bescheide wurden für Zwischenprodukte aus dem Technologiebereich für Singapur 🇸🇬, Malaysia 🇲🇾, Taiwan 🇹🇼 und die Philippinen 🇵🇭 erlassen.
Diese jüngste Zollwelle markiert eine Abkehr von früheren Handelszyklen – nicht nur in ihrer Größenordnung, sondern auch in ihrem Tempo. Die Unvorhersehbarkeit selbst ist zu einer neuen Form des Risikos geworden. Da bis zur Umsetzung nur noch wenige Wochen verbleiben, arbeiten Unternehmen unter Hochdruck daran, Beschaffungsstrategien neu zu kartieren und Kostenmodelle zu revidieren.
Quellen: